Einblicke statt Bundeshauptversammlung

 

Das höchste Gremium des ADFC, die Bundeshauptversammlung, konnte im November pandemiebedingt nicht stattfinden. So hat der ADFC am 14. November 2020 für einen digitalen Ersatz gesorgt, um Ein- und Ausblicke in die ADFC-Arbeit zu geben.

 

AADFC BHV am 16. Dezember 2019
Im Jahr 2020 fand keine ADFC-Bundeshauptversammlung statt. Der ADFC bot aber mit den "ADFC-Einblicken" ein digitales Format zum Austausch an. © ADFC/Deckbar-photographie.de

Schon im Juni hatte der ADFC die im Herbst erneut ansteigenden Infektionszahlen erwartet und die traditionell im November stattfindende ADFC-Bundeshauptversammlung (BHV) abgesagt. Auf der ersatzweise organisierten digitalen Veranstaltung „ADFC-Einblicke“ konnten sich die Aktiven, Ehren- und Hauptamtlichen trotzdem über die Aktivitäten des Verbands im Jahr 2020 und die Projekte im nächsten Jahr austauschen.

Der Bundesvorstand, der BHV-Vorsitz sowie die Vorsitzenden des Bund-Länder-Rates konnten rund 100 Teilnehmer*innen begrüßen. Der BHV-Vorsitzende Hermino Katzenstein fasste zunächst die Anträge der Bundeshauptversammlung 2019 zusammen und berichtete über deren Bearbeitungsstand.

Große Erfolge trotz Pandemie

Rebecca Peters, stellvertretende ADFC-Bundesvorsitzende, gab einen Überblick über das Jahr 2020, das durch die Pandemie anders gelaufen ist als geplant: Im März wurde die ADFC-Radreiseanalyse statt auf der ITB digital vorgestellt. Bereits im April widmete der ADFC seine Kampagne #MehrPlatzFürsRad zu #MehrPlatzFürMenschen um und bewarb die Pop-up-Bikelanes als Mittel, um in der Pandemie Abstand halten zu können. Er betonte in Tourismus und Politik die Relevanz des Radtourismus in der Kampagne #VerschiebeDeineReise und schmiedete im April ein Bündnis #MobilprämieFürAlle gegen die diskutierte Autoprämie.

Der Verband erstellte einen Handlungsleitfaden für Kommunen, sorgte für den Aktionstag zu Pop-up-Bikelanes und rief im Juni zum #Abseitsradeln auf. Der Radtourismus zeigte sich als relativ pandemie-resistent und das freute auch Bett+Bike. 2020 ist das ADFC-Projekt 25 Jahre alt geworden.

Digitale Projekte gingen voran: Immer mehr ADFC-Gliederungen können auf die neue ADFC-Homepage umsteigen, der erste Radwelt-Newsletter ist erschienen und schon im Frühjahr wurde ein digitales Vorabangebot der ADFC-Akademie erschaffen.

ADFC zählt nun mehr als 200.000 Mitglieder

Im September fand bundesweit die Kidical Mass statt, an der sich viele ADFC-Gliederungen beteiligten. Der Parlamentarische Abend #Radnetz21 war teils live, teils digital und zu 100 Prozent ein Erfolg. Und der Verband freute im September sich über sein 200.000 Mitglied.

Der digitale Schub zeigte sich auch beim ADFC-Symposium 2020 am 13. November 2020, wo Gäste aus aller Welt zugeschaltet waren und über gute Beispiele der Radverkehrsförderung berichteten.

Rebecca Peters bedankte sich für das enorme Engagement der Aktiven vor Ort, für ihre Bereitschaft, sich auf die veränderten Bedingungen unter Corona einzulassen und neue Ideen zu entwickeln. Sie schloss mit dem Appell, dass sich alle selbst auf die Schulter klopfen sollten.

Solide Finanzbasis

Birgit Kloppenburg vom Bundesvorstand legte die finanzielle Situation des ADFC dar. Der Haushaltsabschluss 2019 fiel höher aus als geplant. Zum einen ist der ADFC 2019 stärker gewachsen als angenommen, zum anderen konnten nicht alle Vorhaben umgesetzt und Stellen teils später als geplant besetzt werden.

Auch 2020 weicht die Realität vom Plan stark ab. Durch die Pandemie sind Veranstaltungen und Radtouren ausgefallen oder wurden digital umgeplant. Insgesamt ist der Haushalt solide aufgestellt, weil die Beitragseinnahmen stabil sind. Die Entlastung des Vorstands soll auf der BHV 2021 für 2019 und 2020 stattfinden.

Planung für 2021

Der Bundesvorsitzende Ulrich Syberg sprach der ADFC-Geschäftsstelle ein besonders Lob dafür aus, dass die großen Herausforderungen des Jahres gemeistert wurden und dass Führung und Kommunikation trotz aller Schwierigkeiten funktionieren. Die neuen Arbeitsweisen mit Homeoffice und digitaler Kommunikation wird den Verband auch im neuen Jahr weiter begleiten.

Rebecca Peters blickte nach vorne: Der ADFC will weiterhin wachsen, nachdem er auch 2020 trotz der Pandemie sechs Prozent mehr Mitglieder gewonnen hat und damit die Schwelle von 200.000 geknackt hat.

Die ADFC-Akademie, die bereits mit ersten Angeboten aufwarten konnte, soll weiter ausgebaut werden. Die Möglichkeiten digitaler Kommunikation für die Mitgliedergewinnung und -bindung soll verstärkt werden. Auch die Broschüre Deutschland per Rad entdecken wird neu aufgelegt - zum 13. Mal.

Im Wahljahr geht es um viel

In mehreren Bundesländern sowie auf der Bundesebene wird 2021 gewählt. Der ADFC muss daher versuchen, seine Themen zu platzieren, um seinen Einfluss in der Politik auszubauen. Der ADFC wird sich weiter stark einsetzen für die Umsetzung des Klimapakets 2021. Das Know-how des ADFC steht hierzu der Kommunen zur Verfügung. Mithilfe des ADFC soll das Klimapaket in Kommunen in Gang gesetzt werden. Der Befragungzeitraum des ADFC-Fahrradklima-Test endet am 30. November 2020. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2021 präsentiert.

ADFC-Akademie wird weiter ausgebaut

Mario Junglas, der die Entwicklung der ADFC-Akademie federführend betreut, stellte das Projekt vor. Der ADFC hat beschlossen, die Akademie als Fort- und Weiterbildungsangebot für ADFC-Aktive, später aber auch für Interessierte von außerhalb zu etablieren. Die Pandemie hat für Verzögerungen gesorgt, dennoch wurde bereits ein vorläufiges Curriculum mit sechs Säulen entworfen: Kompetenzen zur Planung und Durchführung von Aktionen und Kampagnen, Einführung in die Lobbyarbeit, Kommunikation nach innen, außen und an die Presse sowie Krisen- und Konfliktkommunikation, Vereinsrecht sowie Führen und Leiten.

Projekt-Speeddating

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es die Möglichkeit für Aktive und Hauptamtliche, in jeweils fünf Minuten Projekte vorzustellen. Frieda Nagler und Julius Uhlmann berichteten über den jungen ADFC Thüringen, eine Gruppe von ADFC-Mitgliedern bis 30 Jahren, die seit 2018 Treffen und Ausflüge organisieren und den ADFC auch für jüngere Menschen interessanter machen wollen. Johanna Drescher aus der Bundesgeschäftsstelle stellte den Vielfalt-Bilderpool vor, der helfen soll, den ADFC diverser darzustellen – mit mehr Frauen, Kindern und Hautfarben. Ludger Vortmann berichtete über einen erfolgreichen Radentscheid in Marl, den man trotz der Corona-Pandemie auf die Beine stellen konnte.

Louise Böhler, Leiterin Tourismus beim ADFC, stellte dar, wie der ADFC die stark gebeutelte Tourismusbranche mit der Kampagne #Abseitsradeln unterstützt hat. Wie man Fördermitglieder für den lokalen ADFC gewinnt, erklärte Stefan Puch vom ADFC Regensburg. Gesa Dickert aus Dresden berichtete davon, wie man offizielle Statistiken der Stadt Dresden über freie Parkhaus-Stellplätze dafür genutzt hat, um Parkspuren in Radfahrspuren umzuwandeln.

Die nächste Bundeshauptversammlung soll am 13. und 14. November 2021 stattfinden, dann „hoffentlich wieder mit persönlichem Augenkontakt“, so der BHV-Vorsitzende Hermino Katzenstein. Der Ort steht noch nicht fest.

 


https://mv.adfc.de/neuigkeit/einblicke-statt-bundeshauptversammlung

Häufige Fragen von Alltagsfahrern

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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